Vor 65 Jahren brach der Vietnamkrieg aus. ORF lll beschäftigt sich aus diesem Anlass einen Abend lang mit diesem blutigem Konflikt, der bis zum Jahr 1975 dauern sollte. Eine der ausgestrahlten Dokus heißt „Der Vietnamkrieg - Gesichter einer Tragödie“ und ist von der deutschen Journalistin Christel Fromm. Obwohl 2015 gedreht, wirkt diese zeitgeschichtliche Dokumentation, als wäre sie noch in der DDR gedreht worden.
Das hat nicht nur damit zu tun, dass in der Doku Bilder aus der DDR-Wochenschau gezeigt und ehemalige DDR-Journalisten interviewt werden. Der Vietnamkrieg wird ausschließlich aus sozialistischer Perspektive beleuchtet. Dieser lange und vielschichtige Konflikt samt kolonialer Vorgeschichte lässt sich für die Doku-Gestalterin so zusammenfassen: Beim Kampf Gut gegen Böse haben die Guten gesiegt. Die Rollen sind klar verteilt, Zwischentöne gibt es keine: gierige Kapitalisten gegen gute Kommunisten, Freiheitskämpfer gegen Unterdrücker, ein kleines friedliches Land gegen den US-Imperialismus.
Was die Amerikaner damals verbrochen haben, wird – zu Recht – penibel aufgebarbeitet, doch am linken Auge sind Frau Fromm und der ORF blind. Man betreibt hier durch das Ausblenden vieler Fakten offen und plump Geschichtsklitterung, kommunistische Propaganda. So wird Ho Chi Minh als großer Freiheitskämpfer dargestellt.
Die Verbrechen, Massenmorde und der Terror gegen die Bevölkerung in der nordvietnamesischen Diktatur - es wurden ganze Gesellschaftsschichten eliminiert - sind kein Thema, ebenso wie die Kriegsverbrechen und Gräueltaten der Kommunisten während des Krieges. Vietnam wird gerne als der erste „Fernseh-Krieg“ bezeichnet, in Wahrheit war es ein Propagandakrieg, den die Kommunisten mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Anhänger im Westen, der Intellektuellen, der Studenten- und der 68er-Bewegung, die damals "Ho, Ho, Ho Chi Minh" skandierten, gewonnen haben. Wie nicht zuletzt diese im ORF gezeigte Doku beweist.
Gegen Ende des Filmes werden auch die sogenannten Boatpeople lapidar mit zwei Sätzen erwähnt: „Sie verließen ihr Land aus Angst vor den Kommunisten, vor Repressalien, vor dem Verlust von Grund und Boden. 40.000 dieser Boatpeople fanden in Westdeutschland ihre zweite Heimat.“ Klingt doch recht nett und harmlos.
Die Wahrheit ist, sie flohen vor Folter, Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen, Terror und todbringenden Umerziehungs- und Arbeitslagern. Die Kommunisten haben rund 2,5 Millionen „US-Kollaborateure“ in Lager gesteckt. Es reichte, für eine US-Firma gearbeitet zu haben. Zwischen 200.000 und 300.000 kamen in solchen Lagern und Sonderzonen ums Leben, viele von ihnen wurden zu Tode gefoltert. 2000.000 weitere wurden hingerichtet. Es begann eine Massenflucht mit völlig überladenen Booten. Viele Vietnamesen kamen dabei ums Leben. Rund 250.000 sollen es gewesen sein.
Doch für diese Menschen, die tatsächlich vor Folter, Mord und politischer Verfolgung übers Meer geflüchtet sind, hatten viele Linke nur wenig Mitleid. Die Tageszeitung „Die Welt“: „Aus den Reihen der Linken, die den Sieg des kommunistischen Nordvietnams über den von den USA protegierten Süden noch lange nachfeierte, kamen Stimmen, die nur so zu interpretieren waren: Kümmert euch nicht um die Seenot der Boatpeople. So tat die damals in der Szene weit verbreitete Zeitschrift ‚Konkret‘ die Flüchtlinge als Elemente ab, die es nicht wert seien, gerettet zu werden.“
An dieser linken Haltung bzw. Meinung hat sich seit den 1970ern und 80ern offenbar nicht viel geändert.
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