Wer glaubt, was diese orf.at-Schlagzeile zu suggerieren versucht, liegt völlig falsch. Nein, es treten in Österreich nicht viele Menschen „aus dem Islam aus“. Die Gruppe der Muslime schrumpft auch nicht, sie wächst rasant weiter. Man merkt die Absicht und ist verstimmt.
Die Zahlen, auf denen diese Meldung beruht, sind in doppelter Hinsicht lächerlich: „Konkret wandten sich bis August dieses Jahres 197 Menschen von der Religion ab, knapp 49 sind zum Islam konvertiert.“
197 haben sich also vom Islam abgewandt. Wir sprechen hier von einer Religionsgruppe mit knapp einer Million Menschen. Wie viele es tatsächlich sind, weiß niemand so genau. Die letzte diesbezügliche Erhebung war die Volkszählung 2001. Danach hat man es vorgezogen, die Größe der muslimischen Gemeinde in Österreich nicht mehr zu erfassen. Offiziell aus Datenschutzgründen. Na sicher.
Seither wird nur noch grob geschätzt. In der Regel äußerst defensiv. Wenn von einer Gruppe von rund einer Million Menschen 197 aus und 49 eintreten, dann ist das keine Meldung und schon gar keine Schlagzeile wert. Man berichtet ja auch nicht: Wasserstand des Neusiedlersees um einen Mikrometer gefallen. Die beiden Zahlen sind zudem viel zu niedrig, viel zu wenig aussagekräftig um sie aufeinander zu beziehen. Es ist also völlig absurd, zu schreiben, es seien „viel mehr“ ausgetreten.
Dass der ORF trotzdem eine Geschichte mit einer irreführenden Schlagzeile daraus macht, soll vermutlich die ungläubigen Gebührenzahler etwas beruhigen. Abgesehen davon: Niemand weiß wie viele Menschen in Österreich zum Islam übertreten, zumal jeder - auch ohne Zeugen - zu dieser Religion konvertieren kann. Genauso wenig ist bekannt, wie viele vom Glauben abfallen, weil das für die Betroffenen schwerwiegende Folgen haben kann. Sie werden es deshalb nicht an die große Glocke hängen.
Spannender und informativer als diese beiden vom ORF in dieser Meldung präsentierten lächerlichen Zahlen wäre, wieviel Muslime nach Österreich jährlich einwandern oder hier geboren werden. Dazu gibt es interessanterweise keine ORF-Schlagzeilen.
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