Rund 55 Prozent der Deutschen (und vermutlich auch der Österreicher) sehen sorgenvoll in die Zukunft. Vor zwei Jahren waren es nur halb so viele. Darüber hat ein Redakteur des deutschen Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ ein Buch mit dem Titel „Panikmache“ in die Welt gesetzt.
Ein solches Thema lässt sich der Hörfunksender Ö1 nicht entgehen und rührte mehr als eine halbe Stunde lang die Werbetrommel für das Buch, dessen Inhalt sich in einem Satz zusammenfassen lässt: Alle, die sich heute mehr als vor drei, vier oder fünf Jahren vor unübersehbar unheilvollen Entwicklungen fürchten, sind unrealistische Idioten, weil in Wahrheit geht es uns ohnehin so gut wie eh und je.
„Wie gehen wir um mit scheinbar ständigen schlimmen Ereignissen“, fragte Moderator Johann Kneihs in der Sendung „Von Tag zu Tag“ zur Einleitung eines Interviews mit Jörg Schindler, so der Name des Buch-Autors und Spiegel-Redakteurs. Er sagte „scheinbar“ und drückte damit aus, dass alle Ängstlichen nur Opfer von Panikmache seien. „Dabei sind wir die gesündesten, die reichsten und langlebigsten Menschen der Geschichte“, ätzte Moderator Kneihs über die wachsenden Ängste der Menschen.
Die beiden Journalisten gingen in gewohnter Weise mit der Kriminalitätsstatistik hausieren, die einen langfristigen Rückgang der Verbrechenszahlen aufweise. „Wir leiden unter verzerrter Wahrnehmung“, waren Spiegel-Schindler und ORF-Kneihs völlig einig.
Dass es zwar früher auch Verbrechen gegeben hat, aber nicht Serien von Terrorattacken wie jene in Paris oder Nizza, Vergewaltigungsserien wie in Köln oder Wien, und ungezählte andere Ereignisse, die überwiegend in Zusammenhang mit islamischem Terror stehen, ist offenbar nur das Ergebnis „verzerrter Wahrnehmung“.
Man treibe einen unfassbaren Aufwand, um den Terrorismus zu bekämpfen. „Dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis mehr zur tatsächlichen Bedrohung“, meinte der Spiegel-Redakteur zum Kampf gegen den Terrorismus.
Ein zumindest seltsamer Zugang zu dem Thema, denn wie Terror in Europa ausufern würde, wenn die Vorsichtsmaßnahmen nicht ständig den wachsenden Bedrohungen angepasst würden, kann sich der ängstliche Europäer leicht ausmalen. Dann müssten die Nachrichten vermutlich nicht nur alle paar Tage sondern mehrmals täglich über mörderische Terrorattacken von Selbstmordattentätern oder Messerstechern berichten.
Bemerkenswert waren die Reaktionen der Anrufer, die fast einhellig der Meinung waren, die dumme Mehrheit der Österreicher sei übertrieben ängstlich. Dass der politische Linksaußen-Sender Ö1 von immer weniger Leuten und dabei weit überwiegend von Gesinnungsgenossen gehört wird, zeigt sich in solchen Sendungen immer deutlicher. Man könnte aber auch argwöhnen, dass kritische Anrufer es nur ganz selten bis in die Sendung schaffen.
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