ORF-Moderatorin Patricia Pawlicki übernahm in der Pressestunde mit FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer sofort die Rolle eines giftigen und bösen Racheengels. „Warum steht auf ihrem Wahlplakat ,Norbert Hofer – Bundespräsident?' Das ist doch Amtsanmaßung.“ Mancher Österreicher könnte meinen, Hofer sei bereits Bundespräsident und Amtsanmaßung sei ein schweres Delikt, wetterte sie.
Ob es wirklich auch nur einen wahlberechtigten und zurechnungsfähigen Österreicher gibt, der aufgrund eines Wahlplakates (das ganz groß ein Kreuz wie auf einem Wahlzettel zeigt) glaubt, Norbert Hofer sei schon Bundespräsident, wird man vermutlich schwer ermitteln können. Wahrscheinlich gibt es nicht einen einzigen solchen Menschen.
Aber die Pawlicki ließ nicht locker, und ritt weiter auf der „Amtsanmaßung“ herum.
Dann wartete sie mit einer weiteren scharfen Frage auf, die sie vermutlich für originell hielt: „Wie oft, glauben Sie, wird Strache am Tag bei Ihnen anrufen, wenn Sie Bundespräsident sind?“ In diesem Fall steckt die Botschaft an die Zuseher in der Frage, denn eine konkrete Antwort kann die ORF-Dame ja nicht erwartet haben.
In diesem Stil ging es eine knappe Stunde lang weiter.
Die Empörung vieler ORF-Watch-Leser über Stil und Inhalt der Fragen von Patricia Pawlicki war groß. „Gegen Schluss des Interviews fragte ORF-Frau Pawlicki Herrn Hofer zu seinem auffallend oftmaligen Fehlen im Sozialausschuss des Nationalrats“, empörte sich ein Leser. Hofer konnte zur Beantwortung dieser Frage, auf die er offenbar gewartet hatte, ein breites Grinsen nicht unterdrücken. „Genau diese Frage steht in einem Strategiepapier des Hundstorfer-Teams, in dem genau steht, was man dem Norbert Hofer vorwerfen soll“, freute sich der Präsidentschaftskandidat, dass die Falle bei der Fallenstellerin zugeschnappt hatte und hielt besagtes Strategiepapier stolz in die Kamera. Damit brachte er die streitlustige ORF-Dame beträchtlich ins Stottern.
Anmerkung des ORF-Watch-Lesers dazu: „Der rote ORF ist entlarvt!“
Die Erklärung Hofers zu seinem Fehlen bei einigen Sitzungen brachte sein Gegenüber vollends aus der Fassung. Er sei in der angesprochen Zeit wegen einer schweren Beinverletzung nach einem Unfall längere Zeit im Krankenhaus gelegen, sei aber dennoch in einer Statistik der fleißigsten Abgeordneten insgesamt auf Rang 6 gereiht worden.
Auch ein anderer Pressestunde-Zuseher und ORF-Watch-Leser freute sich über den gelungenen Konter Hofers: „ Ein bisserl rot und hektisch ist sie wenigsten geworden.“ (die Pawlicki, Anm.). Für ihn als Zuseher stelle sich aber in diesem Zusammenhang die Frage: „Wer liefert wem zu? Der ORF der SPÖ, oder umgekehrt?“ Und fügt resigniert hinzu: „Eigentlich egal.“
Um letztlich bei seinen Überlegungen zu den Querverbindungen zwischen SPÖ-Wahlkampfteam und ORF-Politikredaktion zur Erkenntnis zu gelangen: „Wenn es aussieht wie ein roter Sumpf riecht wie ein roter Sumpf und sich anhört wie ein roter Sumpf, ist die Wahrscheinlichkeit schon sehr hoch, dass es sich um einen roten Sumpf handelt.“
Dem ist nichts hinzuzufügen, außer dem Dank an unsere eifrigen, diskussionsfreudigen ORF-kritischen Leser, deren Zahl erfreulicherweise steil ansteigt.
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