Roland Adrowitzer interviewte den "unabhängigen" Außenminister Griechenlands, Nikos Kotzias. Vorweg zum Positiven: nach der wechselseitigen Erregung versucht Kotzias im ruhigeren Ton die Entspannung herbei zu führen. Das die Ansichten Griechenlands und Österreich divergieren, ist verständlich.
Adrowitzer blieb im Ton sachlich, schließlich war sein Gegenüber ein hoher politischer Würdenträger, Chefdiplomat eines Staates. Man würde sich von unseren Qualitätsjournalisten bei Gesprächen mit heimischen Würdeträgern einen solchen Grundrespekt wünschen. Auch die haben sich den als Repräsentanten der Republik verdient.
Das bei unseren Journalisten Respekt und kritische Geisteshaltung nicht miteinander vereinbar sind, bewies das restliche Interview. Kotzias konnte ungefragt behaupten, dass Österreich und die Balkanstaaten EU-Verträge brechen. Als ob es nicht umgekehrt wäre, und Griechenland seit Jahr und Tag im Vertragsbrechen das Paradebeispiel ist (Maastricht, Dublin, etc.). Doch Adrowitzer war offensichtlich zu sehr vom Nimbus des griechischen Außenministers eingenommen, als hier kritisch nachzuhaken.
Auf den sanft vorgetragenen Vorwurf, dass sich Griechenland als Reisebüro betätige, konterte Kotzias mit einem kleinen Seitenhieb gegen den (Neo-)Liberalismus. Soviel übrigens zur angekündigten politischen Unabhängigkeit, die offenbar schwer linke Schlagseite hat.
Auch sonst kamen die üblichen Allgemeinplätze: "humanitäre Katastrophe", "können die Menschen nicht aufhalten", etc.
Es ist in gewissen Kreisen offenbar niemand imstande, die Genfer Flüchtlingskonvention oder die Dublin-Vereinbarungen sinnerfassend zu lesen, zwischen Flüchtlingen und (Arbeits- bzw. Wohlstands-) Migration zu unterscheiden, oder sich zu fragen, warum sich nahezu alle betroffenen Staaten auf eine Linie geeinigt, und das unwillige Griechenland nicht mehr miteinbezogen haben?
Vielleicht haben die besagten Außenminister keine Lust auf Antikapitalismus und Globalisierungskritikvorträge, und wollen lieber Lösungen für Probleme herausarbeiten. Ein Beispiel dafür waren die Treffen mit dem ehemaligen Finanzminister Varoufakis, die laut O-Ton von Beteiligten eher "Begegnungen der dritten Art" glichen.
Doch da holen sich die Redaktionsstuben des Küniglberg lieber "unabhängige" Experten, die das eigene Weltbild bestärken. Mag die wahre Öffentlichkeit (und satte Mehrheiten) auch andere Ansichten haben, wer im Regieraum die Anwiesung gibt, zeigt uns die Realität.
Oder auch nicht.
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